Tabuthema: Wenn Menschen einfach keinen Sex wollen

Tabuthema: Wenn Menschen einfach keinen Sex wollen

11. april 2022 SMore visitors 0

Tabuthema: Wenn Menschen einfach keinen Sex wollen

S ex war Manuela (25) immer schon egal. So sehr es ihre Freunde auch beschaftigte, es interessierte sie nicht. Gewundert hat sie das nicht: «Ich war immer anders als andere Madchen.» Schon als Kind spielte sie lieber mit Jungen. Madchenspiele madchenthemen that are und einfach nichts fur sie. Das anderte sich auch nicht, als sie alter wurde. Die Jungen blieben fur sie nur Kumpel und Gleichgesinnte. Dass sie sich fur that is nicht interessierte, schien fur Manuela nur die logische Konsequenz zu sein. «Irgendwann hatte ich – therefore mit 17 – dann doch mal einen One-Night-Stand», erzahlt Manuela. «Ich Liebe that is wollte. Da ahnte sie schon: «Das war’s nicht.»

Immer wieder hatte sie Freunde, war mit ihnen zartlich und suchte die Nahe, die sie brauchte. Sobald es aber um Intercourse ging, blockte sie ab. «Ich habe dann gesagt, dass es mir noch zu fruh sei.» Mit 22 verliebte sie zum that is sich Mal in ihrem Leben richtig. Doch Intercourse war auch da «einfach nur eine Handlung. Wie Fensterputzen. Ich war immer froh, wenn es that are ich mir hatte.» Ihr Freund merkte es nicht. Es vergingen zwei Jahre, ehe sie es ihm https://datingranking.net/de/smore-review/ sagte. «Irgendwann hatte nur that is ich Angst, mich selbst zu verlieren. Ich begann, mich und meinen Freund dafur zu hassen, weil ich standig etwas tat, was ich nicht wollte.»

Kein Einzelfall

Fur Dr. Jakob Pastotter, Sexualwissenschaftler und Prasident der Deutschen Gesellschaft fur Sexualforschung in Dusseldorf, ist Manuela kein Ausnahmefall. Anderen Menschen sexuell angezogen gefuhlt zu haben in einer Umfrage unter 18 000 Briten gab ein Prozent der Befragten an, sich noch nie von. Umgerechnet auf Deutschland waren es dann einige 100 000 Menschen, die keine Lust auf Sex verspuren.

Die Ursachen fur eine sogenannte Asexualitat lassen sich nur vermuten. «Wir wissen, dass einige Umweltgifte dazu fuhren, dass sich die Sexualitat dramatisch verandert», so Pastotter. Das konne schlie?lich auch zu einer stark eingeschrankten Libido fuhren. «Das Lustempfinden bleibt aus und damit der Wunsch nach Intercourse.» Nach Auffassung des Sexualwissenschaftlers ist Asexualitat angeboren und «andert sich im that is auch des Lebens nicht mehr». Doch auch Krankheiten wie Diabetes, bestimmte Medikamente, psychische Storungen oder Traumata wie Vergewaltigungen konnen zu Asexualitat fuhren.

Auch Ben (20) und Stefanie (21) bezeichnen sich als asexuell. Ebenso wie Manuela erkannten sie fruh, dass sie anders waren. «Ich war immer schon eher der Einzelgangertyp», so Ben. Stefanie kann sich noch gut daran erinnern, dass Freunde sie in der 9. Klasse dazu uberreden mussten, die «Bravo» zu lesen. «Das hat mich alles nicht interessiert.» Dass ihr Desinteresse an Sex einen Namen cap, erfuhren die beiden ubers that are erst. Fast zeitgleich stie?en der Student aus Jena und die Auszubildende aus Neustadt/Hessen auf das Internet-Forum von Aven (Asexual Visibility and Education Network). Das war Ende vergangenen Jahres. Die internet site, die sich als Unterforum des amerikanischen Netzwerkes versteht, das vor sechs Jahren von dem Kalifornier David Jay gegrundet wurde, ist in Deutschland erst seit zwei Jahren in Betrieb. «Seitdem gibt es hier uberhaupt erst den Begriff ,Asexualitat'», erzahlt Maurice Koster, Medienbeauftragter von Aven Deutschland.

Intercourse – Heilung und Ekel

Die Verunsicherung der Betroffenen ist gro?. Stefanie suchte in ihrer Verzweiflung das Gesprach mit ihrer Frauenarztin. «Ich immer that is dachte mit mir stimmt was nicht.» Doch die Arztin meinte nur: «Uben, uben, uben, das kommt dann schon noch.» Und auch die wechselnden Freunde – «Ich hab immer gehofft, beim nachsten wird’s besser» – konnten ihr nicht helfen. Ganz im Gegenteil. «Die versuchten mich immer nur mit dem zu heilen, wovor ich mich ekelte – namlich mit Sex.»

Erst durch Aven begriff sie, dass sie mit ihrem Problem nicht allein war. Doch jeder Asexuelle hat wieder eine etwas andere, eigene Geschichte zu erzahlen. Ben beispielsweise hatte immer eine Freundin. «Die ersten Male fand sex that is ich richtig gut, aber irgendwann hat sich das einfach wegentwickelt.» Die Beziehung mit seiner letzten Freundin war eine Katastrophe. Er ins that are verkroch sich und suchte den Kontakt zu anderen Asexuellen. Denn ebenso wie Manuela und Stefanie mochte Ben nicht allein bleiben. Bei Asexuellen that is vielen ist anders. Selbst eine Umarmung ist ihnen zu viel.

Nahe ruckzug that is und

Die Suche nach einem Partner gestaltet sich daher als au?erst kompliziert. So hat Stefanie zurzeit zwar «einen guten Freund», in den sie verliebt war, doch je naher sie sich kamen, desto mehr zog sie sich zuruck. Inzwischen hat sie ihn eingeweiht. «Er das that are akzeptiert erwartet nichts von mir.» Die Frage ist nur, fur wie lange. Stefanie: «Ich hab naturlich Angst ihn zu verlieren.» Ben vertraut bei seiner Partnersuche lieber auf die wachsende that is stetig Asexueller. «Doch noch sind es nur sehr wenige, die Auswahl ist sehr klein. Es muss ja passen, auch vom Alter her.» Zwar gibt es bei Aven nach eigenen Angaben bereits 3000 registrierte Mitglieder, doch als Kontaktborse will man sich dort nicht verstanden wissen. » Wir fur that is sind Betroffenen zunachst einmal nur Anlaufstelle», therefore Maurice Koster von Aven. Aufklarungsbedarf gabe es zu Genuge. «Viele wissen gar nichts von ihrer Asexualitat und leben nach au?en hin ein ganz normales Leben mit einen Partner und vielleicht sogar ein oder zwei Kindern», wei? Koster. Andere glauben nicht den Richtigen gefunden haben..

«Die meisten denken, man hatte etwas Schreckliches erlebt, sei neurotisch oder einfach nicht fahig, einen Partner zu finden», sagt Manuela. Viele der Betroffenen tun sich daher schwer, sich vor Familie, Freunden und Kollegen zu outen. Manuela: «Meine Mutter und meine Patentante waren fur mich die Versuchskaninchen. Die stehen mir have always been nachsten.» Beide reagierten vollig gelassen.